Stadtmuseum Gera und Historische Höhler
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Willkommen im Geraer Höhler...

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Die Höhler unter der Altstadt von Gera Ein Überblick über ihre Entstehung und Nutzung - eine Außenstelle des Stadtmuseums Gera - Unter dem Altstadtkern erstreckt sich ein Labyrinth unterirdischer Gänge, die fünf bis acht, vereinzelt auch bis zu zehn Metern unter der Erde liegen. Ihre Entstehung ist eng mit der Entwicklung des Brauwesens in Gera verbunden. Bis in das 16. Jahrhundert war hier neben der Bierbrauerei auch reger Weinanbau betrieben worden, an den heute noch der Flurname Weinberg erinnert. Klimaverschlechterungen und insbesondere die mangelnde Qualität des hiesigen Weines dürften wohl der Grund gewesen sein, daß der Weinbau schließlich ganz der Bierbrauerei wich. Die Umstellung der Trinkgewohnheiten und das durch die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Dreißjährigen Krieg hervorgerufene Wachstum der Stadt hatte einen enormen Aufschwung der Bierproduktion zur Folge. Das Braurecht war bereits im ältesten schriftlich überlieferten Stadtrecht von 1487 an Hausbesitz der Bürger gebunden.
Da die normalen
Keller der oft nur 3 bis 4 Meter breiten Häuser in der Altstadt
den gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügten und im
Sommer auch nicht kühl genug waren, wurden seit dem 16./17.Jahrhundert
unter den brauberechtigten Häusern tiefe Höhler angelegt.
Man sieht ihnen heute noch an, daß dies fachmännisch
durch Bergleute geschah. Die wirtschftliche Bedeutung der Höhler
wird auch daraus ersichtlich, daß man beim Wiederaufbau der
Stadt nach dem Brand von 1780 die alten Straßenfluchten im
wesentlichen beibehielt, weil die Zuschüttung und Überpflasterung
von Höhlern die Interessen brauberechtigter Bürger verletzt
hätte. Ursprünglich nur vom Haus des Eigentümers aus zugänglich, wurden die Höhler im Zweiten Welrkrieg als Luftschutzkeller genutzt. 1976 bis '78 durchgeführte Messungen ergaben für die 220 in der Stadt nachgewiesenen Höhler eine Gesamtlänge von knapp 9 Kilometern. In den Jahren 1986 bis 1989 wurden im Bereich der Ostseite des Steinweges zehn Höhler mit einer Gesamtlänge von 250 Metern als Führungsobjekt erschlossen. An den Wänden kann man wie in einem Geologischen Aufschluß die mehr oder minder mächtigen Platten des hier anstehenden Zechsteinkalkes verfolgen. An einer Stelle beginnen sich aus dem Sickerwasser Stalaktiten und Stalagmiten zu bilden. In den 3 Kellerrämen sind Schautafeln mit Informationen zur Geologie, zur Geschichte des heimischen Bergbaus und zur Bierbrauerei angebracht. |